Schon fast eine Herbsttour, 7 Tage vom 9. bis 16. Oktober. Von Palma de Mallorca nach Sa Rapita, Insel Tabarca, Cala Dor, verschiedene Calas, Ankern in Cala Carbo, Abstecher zur Cala Illetas bei Calvia, zurück nach Palma Marina Alboran. Mit Annet, Markus und Mchen.
Wenn du, lieber Leser, mal vollkommen entspannt mit jemanden segeln möchtest der bei jedem Wetter und in jeder Lebenslage optimistisch vorwärts schaut, der dich inspiriert, der wirklich gut segeln kann und das Schiff beherrscht und dazu noch die besten Spaghetti kochen kann sowie ein Vollblutmusiker ist…dann empfehle ich dir, mit Markus auf Tour zu gehen… ausserdem weiss er jede Menge über alles andere… Annet ist eine Profi Seglerin, die mit ihrer Erfahrung jede Tour bereichert…und ihre Kochkünste haben wir jeden Tag geniessen dürfen, denn sie kocht so ambitioniert wie sie segelt. Sie ist bereits zum zweiten Mal bei mir an Bord. Diese Tour mit Annet, Mchen und Markus wird mir nicht nur wegen der exzellenten Stimmung an Bord im Gedächtnis bleiben, sondern auch wegen des Wetters in dieser Oktober Woche…
Es herrschte überwiegend schon fast herbstliche Stimmung mit viel Regen, viel Wind und Nebel, sehr tiefen Wolken und einiges an Dünung. Aber dann waren da auch wieder schöne, spätsommerliche Verhältnisse mit warmer Sonne und ruhiger See. Probleme hatten wir jedoch deswegen keine, denn das richtige Mass an richtigen Getränken mit dem richtigen Essen und der richtigen Musik sorgten für den Ausgleich.
wir denken wir sind in guter Stimmung und der erste Ferientag fängt gut an…
wir lieben die offenen, warmen, nächtlichen Plätze mit Tapas, Wein und anderen Menschen…
wir finden die Stadtrundfahrt auf dem Oberdeck cool…
wir haben den Weitblick und schätzen die Entfernungen…
wir verstehen die Architekten und die Landschaftsgärtner…
wir glauben an die Tourismusbranche…
wir verstehen nicht nur Bahnhof…
wir möchten auch einen Erker in Palma…
wir haben die Katzen hinter dem Zaun gesehen…
wir konnten tief durchgeatmen…
wir finden unser Schiff und fahren mal los…
wir machen eine kleine Hafenrundfahrt vor dem Segeln zum nächsten Ziel…
wir haben schöne Segelyachten einfach gern…
wir denken, es gibt noch Menschen mit weissen Westen…und grossen Schiffen…
wir staunen auch über die kleineren Yachten…
wir glauben, Markus denkt bereits an sein Schiff…
wir haben genug Abstand zu den Felsen an der Küste…
wir schauen zu unseren Sachen…
wir kommen vorwärts…wir sehen den Hafen…noch nicht…
wir freuen uns auf 2 Nackte…?…in der Marina Sa Rapita (2 Nackte auf spanisch = 2 Nudos, siehe Schild)…
wir lieben einen schönen Morgen nach einer kurzen Nacht…auf unserem Schiff…
wir haben nichts gegen das Warten…
wir mögen die Ungewissheit des Wetters und sichtbare Ziele…eine Insel…
wir verlieren nichts aus den Augen…
wir sehen nicht viel…aber wir kommen näher…Insel und Naturschutzgebiet im Süden Mallorcas: Tabarca
wir kommen in die Bucht… und können keine Gesichter im Fels erkennen…wir sind nicht abergläubisch…
wir haben gleich alles im Griff…wir können auch mit Seilen an Ankerbojen umgehen…
wir sehen keine Probleme… und wir machen eine längere Lunchpause…
wir denken an wärmeres Wetter…wir gehen nicht schwimmen…
wir werden hier keine sundowner haben…auf nach Marina Cala Dor…
…und dann kam es: das wirklich schlechte Wetter. Innerhalb von 20 Minuten, kurz nachdem wir aus der Bucht waren. Nebel, Regen, der wie eine Wand vor uns auftauchte und wo wir durch mussten, wieder Nebel, der über das Wasser trieb und uns keine Sicht auf die Inseln durch die wir hindurch navigieren mussten, freigab, mehr Wind und schneller Wellenaufbau…
Nach einiger Zeit gab es eine leichte Wetterbesserung und am Abend konnten wir in der Marina von Cala Dor einen Liegeplatz erhalten. Das schlechte Wetter dauerte zwei Tage an, die wir in der Marina von Cala Dor trotzdem genossen weil segeln unter diesen Umständen mit zu viel Wind und Wellen nicht möglich war.
Trotz teilweise intensivem Regen gingen wir in das Städtchen, machten unsere Einkäufe, fanden Zeit für die Schönheitspflege und natürlich hatten wir auch eine gute Zeit in Restaurants, die ihre Heizsäulen aufgestellt hatten und welche damit die nötige Wärme verbreiteten.
Fotos haben wir nur noch einige wenige, da uns der Wind beim segeln weit mehr beschäftigte. Es gab doch noch ein paar sonnige Tageshälften die uns zeigten, wie angenehm es sein kann bei schönem Wetter in den hübschen Buchten, auf spanisch Cala, mit ihren weissen Stränden oder den Felsen. Wir haben einige davon besucht und angeschaut. Bis zum Hafen Porto Colom fuhren wir und wir ankerten auch noch über Nacht in Cala Carbo, in der Nähe von Colonia San Jordi. Es war zwar eine etwas unruhige Nacht mit einem Schwell aus der falschen Richtung…aber alles war gut.
wir sind nicht nass, in Cala Dor…
wir haben eine saubere Gegend…
wir haben Sonnenschein und glauben an gutes Wetter…
wir denken daran, ein Haus am Meer zu haben…
wir meinen es gibt auch nasse Häuser…
wir haben einen starken Motor…
wir denken dass es Markus nicht kalt ist…
wir haben keinen Sand zwischen den Zehen…
wir können uns auf das tragende Wasser verlassen…
wir haben einen kleinen Hunger…
wir kennen dass Gefühl…safety first…
wir denken nicht, dass ein Schiff ein Auto ist…
wir ahnen, dass eine gute Aussicht auch einen runden Turm haben kann…
wir hoffen auf weisse Wolken, vielleicht ein bischen weniger…
wir wollen noch mehr sehen und gehen weiter…
wir wissen, dass segeln auch teamwork ist, wie Musik machen…
wir wissen, dass die Lage des Hauses schon fast optimal ist…
wir hätten viel Platz in diesem Hafen und sehen keine Hochhäuser in Porto Colom…
wir glauben, dass da noch mehr abstürzt…
wir machen uns keine Sorgen…der Anker hält…
wir haben es nicht weit bis zum Himmel…und der Anker hält immer noch…
wir sind voller guter Einfälle…und kochen die besten Spaghetti…
wir sind betäubt von den Verlockungen…
wir geniessen die himmlischen Gerüche…
wir erleben einen letzten sonnigen Morgen und lichten den Anker…auf nach Hause…
wir denken, der Skipper sieht kein Ende…
Man kann der Meinung sein, dass der Oktober nicht für Segeltouren in den Belearen geeignet ist. Tatsache ist, dass die klimatischen Verhältnisse nicht gar sooooo schlecht sind. Ausserdem ist Nachsaison, das heisst, es ist preislich günstiger und es sind auch weniger andere Schiffe unterwegs… Wir jedenfalls hatten Freude und es hat uns gut getan… Markus und Annet, ich wünsche euch alles Gute und VIELEN Dank für die wunderbare Gesellschaft!
Ach ja: Falls ihr das Rezept für die göttlichen Spaghetti haben möchtet die Markus komponiert hat…na ja, schreibt mir mal…
Wollt ihr diesmal auch noch ein Zitat? Na gut, Victor Hugo sagt: Alles, was über Könige gesagt wurde, lässt sich auch von den Fluten sagen. Man gehört ihrem Volk an; man ist ihre Beute. Und erduldet, was sie delirieren.
Passt auf euch auf, Man sieht sich…Klaus







